Schmerztherapie und Spastik

Die Entwicklung einer regelbaren Drossel für eine implantierbare gasgetriebene Infusionspumpe dient der Weiterentwicklung dieser Pumpen für den Einsatz  im Bereich der Schmerz- und Spastiktherapie. Die chronischen Schmerzen bleiben im Vergleich zu akuten Schmerzen dauerhaft oder kehren ständig wieder. Die Betroffenen können in der Regel nicht mehr ihren Beruf ausüben, leiden unter Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Erschöpfung. Dies führt zu mangelnder Lebensfreude, Isolation und Depression. Eine Dauerbelastung der Nervenzellen durch schlechte Schmerzversorgung nach einer Operation (z.B. Amputationen), längeren Rückenerkrankungen oder bei Tumorbildung kann zu starken chronischen Schmerzen führen (1). Multiple Sklerose (Schädigung des Zentralnerven­systems) und Dystonie (Bewegungsstörungen mit neurologischem Ursprung in den motorischen Zentren im Gehirn) sind Beispiele für chronische Schmerzen, die mit Hilfe von implantierbaren Infusionspumpen behandelt werden (2). Durch die Beschädigung des Nervensystems kann das Phänomen "Phantom­schmerz" auftreten. Hier spüren die Betroffenen Schmerzen in einem Körper­glied, das nicht vorhanden ist. Diese Schmerzen werden vom Nervensystem selbst ausgelöst. Zwar gibt es körpereigene morphinähnliche Stoffe (Endorphine), die die Schmerzen lindern, jedoch sind diese nicht für starke Schmerzen ausreichend. Chronische Schmerzen werden in drei unterschiedliche Stufen eingeteilt, wobei in der höchsten Stufe der Einsatz starker Opioide (z.B. Morphin) erfolgt (3). Die Infusionspumpen werden auch für die Behandlung von Spastik-Patienten eingesetzt, die unter einer erhöhten Eigenspannung der Skelettmuskulatur aufgrund einer Schädigung des Gehirns oder Rückenmarks leiden. Auch hier kann die schwere Form der Krankheit nicht durch Physiotherapie oder mit leichten Schmerzmitteln (Paracetamol, leichte Opioide) behandelt werden. Als Nebenwirkung können Muskelschwäche, Müdigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Verwirrtheit, epileptische Anfälle, Organversagen und weitere Effekte auftreten (4).